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ARCHIVE 2005
Ehrgeizige Pläne von Rainer-Marc Frey
Finanz und Wirtschaft 11.06.05
Innovativen Firmen zum Erfolg verhelfen - Bereits 1 Mrd. Fr.
an Investitionskapital
Rainer-Marc Frey ist wieder im Geschäft. Bis Ende Mai war
vom Gründer von RMF, einem auf Anlagen in Hedge funds spezialisierten
Unternehmen, nichts über die neuen Pläne zu erfahren.
Vertragliche Vereinbarungen mit der Man Gruppe, an die er RMF
verkauft hatte, hinderten ihn daran. Zusammen mit seinem Partner
Adrian Gut stellte Frey am Donnerstag seine neue Geschäftsidee
vor, die bereits Konturen hat. Die aktuellen Eckdaten der neuen
Firmengruppe mit dem Namen Horizon 21 lauten: 30 Mitarbeiter,
Büros in Pfäffikon (SZ), London und den Cayman Islands
sowie betreute Vermögen von 1 Mrd. Fr.
Grosser Erfahrungsschatz
Das wichtigste Motiv für die Gründung einer neuen
Firmengruppe liegt in der Verwaltung des eigenen Vermögens.
Frey und Gut sind mit dem Verkauf von RMF sehr reich geworden.
Ehrgeiz und unternehmerisches Flair sind aber noch immer gross.
Über Horizon soll ihr Erfahrungsschatz jungen Unternehmen
zur Verfügung gestellt werden. «Wir sehen uns als Coaches
von Unternehmern im Finanzbereich», erklärte Frey.
Gleichzeitig wolle sich Horizon an viel versprechenden Firmen
beteiligen. Private equity steht im Zentrum der Aktivität.
Mit dem erfolgreichen Aufbau von RMF habe man alle Phasen im Lebenszyklus
eines Unternehmens durchlaufen: die Gründung, die Wachstumsphase
und den Ausstieg.
Horizon wird sich an Firmen beteiligen, die in der Finanzbranche
innovative Ideen haben. «Wir haben die Fähigkeit, die
Erfolgsaussichten eines Unternehmens sowie sein Management beurteilen
zu können», betonte Frey.
Private equity ist das wichtigste Standbein der neuen Firmengruppe.
In diesem Bereich wird mit drei Partnern zusammengearbeitet. Crossbow
hat sich auf Venture capital spezialisiert, Invision auf Private
equity und Capital Dynamics auf die Strukturierung von Private-equity-Anlagen.
Horizon hat sich an den drei Gesellschaften beteiligt. Frey sitzt
teilweise im Verwaltungsrat. Im Active Alpha genannten Geschäftsbereich
werden talentierte Hedgefund-Manager gefördert. Zu diesem
Zweck werden von den grossen Investmentbanken Mitarbeiter abgeworben,
die dann selbständig an den weltweiten Finanzmärkten
handeln. Etwas, was Frey nicht zum ersten Mal macht: 1998 finanzierte
er die Gründung von Aspect Capital, eines mittlerweile recht
grossen Hedge funds.
Nach neuen Nischen suchen
Im Geschäft mit Fund of Hedge funds sieht Frey offenbar
kein grosses Potenzial mehr. Man werde zwar auch in Zukunft in
diesem Bereich Geld investieren, doch die Produkte werden von
aussen bezogen, Kunden nur beraten. Auf die Entwicklung von eigenen
Produkten wird verzichtet. Im Wealth management bietet Horizon
eine auf spezielle Themen ausgerichtete Vermögensverwaltung
an. Im Vordergrund stehen Anlagen, die mit der Entwicklung an
den Aktienbörsen nicht korrelieren, wie beispielsweise Immobilien
oder Alternative investments. Zudem sollen neue Anlagegebiete
erschlossen werden. Als attraktiv werden Rohstoffe, Energie und
Versicherungsderivate eingeschätzt.
Ausser dem Geld der Gründer hat Horizon bereits Vermögen
von «namhaften Persönlichkeiten» aus der Wirtschaft
erhalten. Die Dienstleistungen sollen privaten und institutionellen
Anlegern offen stehen. Frey könnte sich gut vorstellen, strategische
Partner als Investoren zu gewinnen - so wie damals, als er für
RMF innerhalb kurzer Zeit Swiss Life, Bâloise, Winterthur
und die deutsche Gothaer als Kunden und Aktionäre gewann.
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