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ARCHIVE 2005
Immer den Exit im Blick - Die Invision AG hat mit
Spätphasen-Finanzierungen nachhaltig Erfolg
Die Ausrichtung der Investitionen auf das große Renditepotential
von Frühphasenfinanzierungen hat in den vergangenen Jahren
manche Investoren viel Geld gekostet. Daß es anders besser
geht, zeigt die Schweizer lnvision AG. Konsequent auf Spätphasenfinanzierungen
ausgerichtet, konnte man vom Börsenboom 1999/2000 profitieren
und blieb in den Jahren danach von übergroßen Risiken
verschont. lnvision stellt den Beteiligungsunternehmen in der
Expansionsphase Kapital und Know-how für den Ausbau des Geschäfts
zur Verfügung. Mit der Übernahme des Portfolio-Managements
der börsennotierten Beteiligungsgesellschaft Mach Hitech
im Jahr 2002 und der strategischen Akquisition der LINK Marketing
Services im vergangenen Jahr hat Invision die Geschäftsbasis
ausgeweitet.
Konsequent auf Spätphasenfinanzierungen ausgerichtet
Im Jahr 1996 als Corporate Venture-Gesellschaft der Metro Holding
AG, Baar, gegründet, wurde Invision vier Jahre später
von dieser abgespalten und mit der Aureus Private Equity AG verschmolzen.
Die fusionierten Gesellschaften verwalteten jeweils ein VC-Investitionsvehikel,
wovon heute bereits beide komplett desinvestiert sind. Im Jahr
2001 wurde mit Mach II, einem Limited Partnership in Jersey, ein
neues Vehikel mit einem Volumen von 100 Mio. Euro plaziert. Hier
steht Invision derzeit am Ende der Investitionsperiode. Während
die Beteiligungen branchenübergreifend breitgestreut wurden,
war der Focus seit Beginn konsequent auf Wachstumsfinanzierungen
ausgerichtet.
Den Risikofaktor Exit im Blick
„Wir haben eine geradezu militante Exitorientierung",
beschreibt Dr. Bernd Pfister, Gründer und CEO von Invision,
den zentralen Punkt des Investitionsansatzes. „Wir schauen
auf das Risiko-/Rendite-Profil der jeweiligen Investition. In
der Vergangenheit haben sich viele Investoren auf das Renditepotential
ausgerichtet und den Risikoparameter „Exitability"
nicht im Auge behalten." Um den Weg zum Exit überschauen
zu können, will das Invision Team bei potentiellen Investitionen
schon nachhaltige Umsätze sehen, favorisiert werden Unternehmen
mit Umsätzen von mehr als 10 Mio. Euro; der Break-even-Punkt
sollte nicht zu weit in der Zukunft liegen.
INVESTMENTKIRITERIEN
· QUALIFIZIERTES, ERFAHRENES MANAGEMENT
· ATTRAKTIVER MARKT
· HOHE MARKTEINTRITTSBARRIEREN
· UMSÄTZE VON 5 Bis 80 Mio. Euro
· INVESTITION 5 BIS 15 MIO. EURO (ÜBER MEHRERE FINANZIERUNGSRUNDEN)
· REALISTISCHE BEWERTUNG
· STARKE CO-INVESTOREN
· KLAR DEFINIERTE EXIT-STRATEGIE
Außergewöhnlicher Track Record
Die Ausrichtung des Investitionsansatzes hat in den vergangenen
Jahren den gewünschten Erfolg gebracht. Bereits 21 Beteiligungen
konnten über die Börse verkauft werden, hinzu kommen
zehn Exits durch Trade Sales. Für die Investoren der bereits
desinvestierten Beteiligungen konnte so im Durchschnitt das 2,9fache
des eingesetzter. Kapitals realisiert werden. „Eine Messung
des IRR ist in unserem Fall nicht sinnvoll", kommentiert
Dr. Pfister das erzielte Ergebnis, „im Börsenboom haben
wir mehrfach voll in den Zyklus hineinverkauft und in wenigen
Monaten eine hohe Rendite erzielt." Von Investorenseite wird
Invision bestätigt, daß der Track Record überdurchschnittlich
gut ist. „Entscheidend ist allerdings, welche Rendite wiederholbar
ist", betont Dr. Pfister. Er schätzt, daß mit
dem erfahrenen Team und der über zehn Jahre aufgebauten Investitionsplattform
eine nachhaltige Rendite von 15 bis 20 % erzielbar sein müßte.
„ Durch unseren Focus auf Spätphasen- und Wachstumsfinanzierungen
werden wir auch immer eine relativ hohe Kontinuität von Exits
vorweisen können."
Die Beteiligungen ausbauen
Für die Beteiligungsunternehmen im Portfolio von Invision
steht der Ausbau der Geschäftsplattform im Vordergrund. Produkte
sind in dieser Entwicklungsphase bereits vorhanden, technische
Probleme typischerweise gelöst. Es geht für die Unternehmen
darum, ihr Geschäftskonzept zu skalieren und zu multiplizieren.
beispielsweise durch den Aufbau strategischer Allianzen und neuer
Märkte. Das Team und Netzwerk von Invision haben das Know-how
und die Erfahrung, um in dieser Phase entscheidende Hilfestellung
zu leisten: „Wir sind eher unternehmerisch, finanz- und
strategieorientiert; technisches Know-how - wenn es benötigt
wird - kaufen wir hinzu."
Hochkarätig besetzte Aufsichts- und Beiräte
Besonderen Mehrwert bei der Unterstützung der Beteiligungen
können das mit ehemaligen Vorständen internationaler
Konzerne besetzte Advisory Board und das Netzwerk von Venture
Consultants bieten. Dies geschieht typischerweise über die
Mitwirkung im Aufsichtsrat der Wachstumsunternehmen. Zum Beispiel
bei der Erschließung des nordamerikanischen Marktes können
die ehemaligen Topmanager durch ihre Verbindungen oftmals wertvolle
Hilfe leisten. Sie sind im Investitionsvehikel von Invision investiert
und erhalten Aufsichtsratshonorare; am wichtigsten ist ihnen aber,
am Aufbau junger Unternehmen mitzuwirken. Invision bietet ihnen
die Infrastruktur, um an dem Entwicklungs- und Investitionsprozeß
teilhaben zu können. „Wir haben viel in den Aufbau
dieser Investitionsplattform investiert und glauben, daß
wir uns damit ein besonderes Profil geschaffen haben, das nicht
so leicht kopierbar ist", sagt Dr. Pfister.
Auch aktiver Investor bei börsennotierten Unternehmen
Im Jahr 2002 hat Invision zusätzlich zum VC-Geschäft
das Portfoliomanagement von Mach Hitech, einer börsennotierten
Beteiligungsgesellschaft für Technologie-Unternehmen, übernommen.
Mach Hitech investiert in börsennotierte Unternehmen, die
in Marktnischen eine führende Stellung erreicht haben und
stark wachsen. Invision ist auch hier - im Rahmen der Corporate
Governance gelisteter Unternehmen - ein aktiver Investor mit einem
klaren Exit-Plan. Bei zwei Unternehmen ist Mach Hitech mit einem
Anteil von mehr als 15 % größter Aktionär, diese
Unternehmen haben einen Anteil am Portfolio von rund 50 %.
Die Geschäftsbasis verbreitern
Mit der Übernahme von LINK Marketing Services im vergangen
Jahr hat Invision eine weitere Investition in die eigene Zukunft
getätigt. „Um erfolgreich in der Phase der Expansion
investieren zu können, muß man die Märkte kennen
und über das entsprechende Marktforschungsinstrumentarium
verfügen", erklärt Dr. Pfister die Übernahme.
LINK Marketing Services ist mit 140 festen Mitarbeitern das zweitgrößte
Marktforschungsunternehmen in der Schweiz. „Ein zusätzlicher
Nutzen dieser Übernahme ist, daß wir unseren Investoren
dokumentieren, daß wir auch einige schlechte Jahre im zyklischen
VC-Geschäft überstehen können", ergänzt
Dr. Pfister, „in Zukunft wird das Fundraising nur den glaubwürdig
dauerhaften VC-Firmen gelingen." Nach Ablauf der Investitionsperiode
von Mach Il plant Invision, weitere Produkte zu lancieren.
Ralf Thielemann
www.venturecapital.de
VentureCapital Magazin 2/2005
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