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ARCHIVE 2005
Investments in innovations
BETEILIGUNGEN · Tipps für Privatanleger.
Klaus-Dieter Laidig
Da Innovationen genügend Zeit benötigen, bis sie zur
Reife gelangen, muss die Auswahl der Anlagen besonders vorsichtig
erfolgen und diese müssen mit Mitteln finanziert werden,
die mindestens fünf Jahre nicht benötigt werden.
Direktanlagen sollten nur in grosse, börsenkotierte Unternehmen
mit solider Bilanz, zu denen ausreichend Analysen zur Verfügung
stehen, und in einem liquidem Aktienmarkt getätigt werden.
Die Unternehmensstudien sollten laufend verfolgt und die Strategie
sowie die Innovationen des Unternehmens verstanden werden. In
der Regel empfehlen sich jedoch indirekte Engagements mittels
ausgewählter Beteiligungsgesellschaften. Diese agieren meist
völlig losgelöst von einem Index und verfügen über
ein breiteres Universum als Anlagefonds, die meistens indexorientiert
vorgehen.
Engagements in Private Equity erfordern besonderes Know-how und
Fingerspitzengefühl. Je jünger und verlustreicher die
Unternehmen, umso höher sind die Risiken - aber auch die
Chancen. Privatanleger haben nur indirekt Zugang mittels kotierter
Private-Equity- oder Venture-Capital-Gesellschaften. Bei der Auswahl
dieser Investmentgesellschaften sollten folgende Kriterien beachtet
werden:
· Das Management der Beteiligungsgesellschaft muss über
besondere Qualifikationen in der Beurteilung und in der Auswahl
von Private Equity verfügen. Spezialisierte Unternehmensberater
mit Erfolgsausweis und Wissenschafter, die sich auf diesem Gebiet
einen Namen gemacht haben, sind zuverlässige Garanten für
die Auswahl von aussichtsreichen Technologien und Unternehmen.
· Die Investmentgesellschaft muss Einblick in und Einfluss
auf die Beteiligungen haben. Dabei eignen sich ein Verwaltungsratssitz
und/ oder ein Beratungsmandat. Nur so kann sie frühzeitig
auf unwillkommene Entwicklungen reagieren und Massnahmen einleiten.
· Jede Beteiligungsgesellschaft unterscheidet sich hinsichtlich
Anlageziel, Einstiegs- und Ausstiegsprozess sowie Diversifikationsgrad
und damit auch hinsichtlich Risiko-Rendite-Profil. Vor einem Engagement
sollten diese Charakteristiken geprüft und auf die Verträglichkeit
mit den eigenen Anlagezielen abgestimmt werden.
· Investmentgesellschaften fokussieren nicht nur auf bestimmte
Innovationen, sondern auch auf Unternehmensgrössen, Firmensituationen,
Lebensphasen der Unternehmen, Anlageregionen und damit auch Währungen.
Auch dies ist mitbestimmend für Chancen und Risiken des Vehikels.
· Der Fokus der Beteiligungsgesellschaften und die relativ
knappen Managementkapazitäten erlauben normalerweise keine
grosse Diversifikation. Engagements an Investmentgesellschaften
eignen sich deshalb nur als Ergänzung für ein breit
diversifiziertes Portfolio.
· Vergleiche von kurzfristigen Performance- und Risikokennzahlen
haben nur beschränkte Aussagekraft. Ausschlaggebend ist,
dass über einen bestimmten Zeitraum (je nach Fokus zirka
drei bis zehn Jahre) eine absolut positive Rendite erwirtschaftet
wird.
· Ein allfälliger Discount bzw. Kursabschlag gegenüber
dem inneren Wert deutet auf eine generelle Risikoaversion der
Investoren hin oder auf eine Unzufriedenheit mit der Investmentgesellschaft.
Klaus-Dieter Laidig, High-Tech-Spezialist der Beteiligungsgesellschaft
Mach Hitech, Zug.
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